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Kommt es auf die Länge an?

Wenn es um die Länge von Videoclips geht, grenzen die Wahrnehmungen im Marketingbereich an Panik. In jedem Fall muss der jeweilige Clip noch kürzer, sagen mir dann Kunden. Hat man doch schließlich gerade beim diese Woche angesagten Digital Marketing Guru gehört, dass sechs Sekunden jetzt out sind und nur noch 5 Sekunden gehen!

Ich gebe zu, auch meine Aufmerksamkeitsspanne ist in den letzten Jahren kürzer geworden und auch ich fordere als Konsument Videos und Filme, die schnell auf den Punkt kommen. Einigen Trainingsvideos will ich oft entgegenschleudern, was ich von unserem Sohn früher bei seinen Hausaufgaben zu hören bekam, wenn ich gerade zu einer ausführlichen Erklärung ansetzen wollte: „Gib mir nur die Antwort!“

Gilt also bei Videoclips generell: Je kürzer desto besser?

Nein. Die ideale Länge richtet sich danach, was Sie mit dem Video überhaupt erreichen wollen und über welchen Kanal. Denn ich denke, da sind wir uns einig: Doktor Schiwago würden Sie schon allein aufgrund der Länge nicht über Tik Tok verbreitet.

Wichtiger als der Kanal aber ist, was Sie mit dem Video erreichen wollen. Das Video muss so lang sein, dass es dieses Ziel erreichen, diese Aufgabe erfüllen kann. Und nicht kürzer. Daher ist es die falsche Strategie, ein 60 Sekunden langes Video zu produzieren, weil Facebook nur solche Videos akzeptiert. Facebook könnte ja auch der falsche Kanal sein. Erst kommt die Zielsetzung, dann die Distributionsstrategie.

Also, was wollen Sie erreichen?

  • Nutzern die Bedienung ihres Produktes ermöglichen?
  • Ihre Mitarbeiter motivieren, einen neuen Ansatz auszuprobieren?
  • Die Geschichte eines erfolgreichen Kunden zu erzählen?
  • Zuschauer mit einem Katzenvideo zum Lachen bringen?
  • Ihre Werte erklären und damit Ihr Handeln begründen?
  • Menschen motivieren, doch mal eben auf Ihrer Website aufzuschlagen?

Diese Ziele können zu deutlich unterschiedlichen Videoclips mit erheblich abweichenden Längen führen. Da kann das Produktvideo durchaus 7 oder 8 Minuten sein, der Clip, der Betrachter dazu motiviert, das Produktvideo anzuschauen aber nur 6 bis 30 Sekunden. Sie können sehr wohl 20 Minuten spannend Ihre Werte erklären (denken Sie nur an die TED-Videos) und in 2,5 Minuten fetzig eine Kundengeschichte erzählen. Oder Sie senden jeden Tag ein Video, dass dann aber nur eine Minute lang ist. Oder Sie drehen eben einmal Doktor Schiwago. Und der ist dann eben 197 Minuten.

Erlauben Sie Ihren Videos, Ihren Zielen zu dienen. Und die dazu passende Form zu haben.

Und die Zuschauer sind nicht immer so ungeduldig wie eingangs erwähnt, was man auch vom Schwestermedium Podcasting lernen kann. Ich habe früher versucht, Podcasts so kurz zu produzieren, wie das Thema es hergab. Und jetzt boomt Podcasting in den letzten Jahren, gerade weil es ein Langformat ist, weil Menschen sich Zeit für ein Thema nehmen.

Also: Auf die Länge kommt es an. Die Länge, die Ihnen ermöglicht, Ihre Ziele zu erreichen.

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